Elternsehnsucht
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Der Fall

Fortsetzung... (Verweis auf Vorgeschichte)

Melanie wurde am 18.10.05 bei der U4 geimpft (6-fach-Impfung + Pneumokokkenimpfung). Bis auf die anfängliche Schwierigkeit, die Körpertemperatur zu halten, anfängliche Hörbeeinträchtigung, die Blähungen und den Magen-Darm-Infekt  war unser Kind nach ärztlicher Aussage immer kerngesund.

Als sich Melanies gesundheitlicher Zustand zwei Tage nach Impfung drastisch verschlechterte, sind wir mit unserer Tochter ins Kinderkrankenhaus gefahren. Dort währen wir nach hause geschickt worden, wenn wir nicht darauf bestanden hätten, dass das Kind untersucht wird!

Während der stationären Aufnahme im Krankenhaus sahen wir, wie Melanie mehrere Krampfanfälle bekam. Bei einem dieser Anfälle wurden wir vor die Tür geschickt und nachdem zwei Ärzte zusammen mit mehreren Krankenschwestern sie behandelten, wurden wir zu Melanie zurück geholt. Man untersuchte und eröffnete uns, dass zu viel Hirnwasser im Kopf ist, das für erhöhten Hirndruck sorge.

Wir betonten mehrmals, dass Melanie vor zwei Tagen geimpft wurde, aber man sagte, dass Impfungen keine derartigen Symptome hervorrufen können.

In der Nacht, als wir nach hause gefahren sind, krampfte Melanie noch weitere drei Mal (lt. Aussage der Krankenschwester), wir wurden aber nicht angerufen. Morgens war Melli noch einmal auf Mamas Arm. Dort bekam sie einen weiteren Krampfanfall. Sie wurde auf die Intensivstation verlegt und hatte bis zum frühen Nachmittag noch mehrere Krampfanfälle. Am Nachmittag bekam sie ein starkes Beruhigungsmittel, damit sie möglichst gar keine Anfälle mehr bekommen konnte. 

Sie sagten uns, dass Melanie operiert werden muss. Sie würde Aussendrainagen oder Innendrainagen bekommen, je nachdem, ob das Hirnwasser “sauber” ist. Melanie bekam Aussendrainagen, weil Blut im Hirnwasser war. 

Direkt nach der OP sagte man uns, dass diese Hirnwassereinlagerungen möglicherweise dadurch entstanden sein könnten, dass das Kind leicht geschüttelt wurde. Man sagte uns auch, dass die Gerichtsmedizin eingeschaltet würde, um abzuklären, ob möglicherweise auch eine Stoffwechselkrankheit der Grund für Melanies Zustand sein könne. 

Nach der OP kam Melanie direkt ohne zusätzlichen Sauerstoff aus, wurde bereits am Morgen danach auf die normale Station verlegt, trank gleich am nächsten Morgen Muttermilch aus der Flasche und war schon manchmal wach. In den Wachphasen schaute sie sich neugierig um. Zwei Tage nach der OP lächelte Melanie schon wieder. Wenige Tage nach der OP ergab ein weiterer Hörtest, dass Melanie nun auch gut hören kann. Insgesamt erholte sich Melanie ausgezeichnet und entwickelte sich im Eiltempo.

24.10.05: Die Stationsärztin führte ein Gespräch mit uns, in dem uns nur kurz über Melanies Gesundheitszustand berichtet wurde. Sie stellte uns Fragen, die alle in die Richtung gingen: “Was ist geschehen, dass Ihr Kind ein Schütteltrauma bekommen konnte?” Sie erklärte, dass für ein Schütteltrauma ausschließlich heftiges Schütteln als Auslöser in Betracht kommt. Wir betonten mehrfach, dass wir unser Kind niemals geschüttelt haben. Als die Ärztin meinte, sie müsse Melanie eingehend untersuchen (Röntgen....) und auch das Jugendamt hinzuziehen müsse, sagten wir ihr, dass wir mit beidem einverstanden sind - mehr noch: die Untersuchungen sollten schnell gemacht werden und mit dem Jugendamt (in Folgendem JA genannt) könnten wir dann darüber sprechen, ob ein Familienhelfer für uns drei hilfreich währe. Auch unsere Hebamme wollten wir nach Entlassung hinzuziehen.

Noch am selben Tag führte der Krankenhaussozialdienst ein Gespräch mit uns (der Mutter). Auch die Mitarbeiterin des Krankenhaussozialdienstes wollte wissen, wie das “Schütteltrauma” zustande gekommen sein könnte. Auch hier sagten wir Wahrheitsgemäß, dass wir unser Kind nie geschüttelt haben und auch auf keine andere Weise gewalttätig zu ihm waren.

Die Dame vom Krankenhaussozialdienst rief gleich das JA an und betonte, dass es um einen Schütteltraumafall gehe, bei dem die Eltern beide stark sehbehindert sind. Wir äusserten gleich, dass diese so eindringliche Betonung auf unsere Behinderung möglicherweise sehr verhängnisvoll sein könnte, müssten wir doch nun erstmal dem Amt beweisen, dass wir trotz unserer Behinderung denkende, mündige Eltern sind, die ihr Kind versorgen und erziehen können.

25.10.05: Morgens telefonierten wir (in Person der Mutter) sogleich selbst mit dem JA. Die fragten, bevor sie wirklich zuhörten, ob uns gesagt worden ist, dass wir möglicherweise eine Strafanzeige zu erwarten hätten. Nach einer Weile des Berichtens baten wir inständig um Unterstützung und darum, dass unser Kind bei uns bleiben darf. Auch erzählten wir am Telefon von der ausgesprochen positiven Entwicklung unseres Kindes. Darauf sagte das JA: “Da können Sie dankbar sein! Anderen Kindern geht es nach Schütteltrauma viel schlimmer! Da sollte es für Sie zweitrangig sein, wo Ihr Kind gross wird...”

Nach dem Röntgen erfuhren wir, dass Melanie mehrere Rippenbrüche verschiedenen Alters habe. Wir wurden noch einmal gefragt, ob wir unser Kind vielleicht einmal, als es schrie fest um den Brustkorb gehalten hätten und sie dann kräftig geschüttelt hätten. Auch diesmal beteuerten wir, dass wir das nie getan haben! Auf die Frage, ob sich die Ärztin vorstellen könne, dass wir Melanie nach Entlassung wieder bei uns haben könnten, wenn wir denn einen Familienhelfer nehmen würden, gab uns die Ärztin Hoffnung. Sie sehe unser Engagement und unsere Liebe zum Kind. Da sie wisse, dass wir auf jeden Fall für Hilfen offen sind, könne sie sich vorstellen, Melanie nach Hause zu entlassen.

Da wir uns diese Rippenbrüche und diese Einblutungen im Kopf nicht erklären konnten, recherchierten wir im Internet und wurden auf zwei Dinge aufmerksam: 
-  Glasknochenkrankheit (dafür sprach die Tatsache, dass Melanies Skleren leicht  
   bläulich schimmerten,)
-  Impfreaktion (Anstieg des Hirndrucks, schrilles Schreien, sowie Krampfanfälle...                      
   können auch nach einer Impfung auftreten.)

Wir baten eindringlich, Melanie daraufhin zu untersuchen. Auch fragten wir, ob sie Osteoporose haben könnte. Für Osteoporose seien Melanies Blutwerte zu gut. Auf Glasknochen brauche man nicht untersuchen, da das Verletzungsmuster absolut eindeutig für Kindesmisshandlung spreche, auch die typisch bläulichen Skleren hätte unsere Tochter nicht. Eine Impfkomplikation währe das auf jeden Fall nicht. (Im Krankenbericht vom 27.10.2005 beschreibt das behandelnde Krankenhaus jedoch die Existenz dezent bläulich schimmernder Skleren.) 

Untersuchungsergebnisse im Überblick:
- Flüssigkeitsgefüllte Räume am Gehirn (mit Blut zersetzt)
- Rippenfrakturen verschiedenen Alters (vom Kinderkrankenhaus weder                  
  zahlenmässig noch in der Art näher beschrieben)
- Keine Frakturen an den Armen, Beinen, Füßen, Händen, Fingern und Zehen
- Keine Schädelfrakturen
- keine Einblutungen in den Netzhäuten oder im Glaskörper
- keine blauen Flecken oder sonstige äußere Auffälligkeiten

31.10.05: Gespräch JA-Mitarbeiterin mit Mutter direkt in der Wohnung. Schon in den ersten Minuten liess die Dame durchblicken, dass Melanie nicht mehr zurück soll, noch ehe überhaupt das Gespräch begann. Während des Gesprächs fragte sie viel über unsere Behinderung (versorgen wir unseren Haushalt selbst, haben wir Hilfe...). Danach wollte auch sie wissen, wie es zu den Verletzungen kam, und weil wir sagten, dass Melanie von uns nie misshandelt wurde und auch sonst nicht unbeaufsichtigt von uns war, lehnte sie es direkt ab, einen Familienhelfer an unsere Seite zu stellen. Der könne ja auch nicht 24 Std. da sein, meinte sie.

02.11.05: Gespräch im Krankenhaus. Anwesend waren JA-Mitarbeiterin, Krankenhaussozialdienst, zwei Ärzte, Melanies Grosseltern mütterlicherseits und wir beiden. Auch diesmal die Frage nach dem “Wie” und auch diesmal dieselbe Antwort von uns. Wir bekundeten auch diesmal, dass wir gern einen Familienhelfer nähmen, wenn unsere kleine Maus nur nach hause dürfe! Hinzu kam, dass die Großeltern vorschlugen, Melanie bei sich aufzunehmen, bis sie zu uns zurück dürfe. Sie hätten auf dem Gelände sogar eine Wohnung für uns, sodass wir zwar von der Pflege ausgeschlossen, aber immer in Kontakt mit dem Kind hätten bleiben können. Leider hatte das JA wohl andere Ziele... Die JA-Mitarbeiterin stellte uns vor folgende Wahl:

1. Wir unterschreiben einen Antrag auf Erziehungshilfe, dann käme unser Kind in  
    eine Pflegefamilie und alle halbe Jahre würde man mit uns sprechen. Auf die   
    Frage, ob wir je unser Kind zurück bekämen, antwortete sie, dass sie das nicht   
    versprechen könne.

2. Bei Nicht-Unterzeichnung käme das Kind AUCH in eine Pflegefamilie, uns würde
    das Sorgerecht entzogen und die Strafanzeige sei ja auch noch möglich....

Die Grosseltern zu prüfen, würde Zeit in Anspruch nehmen, die Melanie dann aber in einer Pflegefamilie verbringen würde.

Wir lehnten die Unterschrift ab. “Maßnahmen” danach:
?  Eilbeschluss: vorläufiger Entzug des Sorgerechtes, Bestimmung des JA     
      als Amtsvormund ohne vorherige Anhörung der Eltern.
?  Nach Absage eines vom JA zu kurzfristig gelegten Termins direkt Sanktion: fortan
      durften wir unser Kind nur noch tägl. von 11 - 15 Uhr sehen (vorher bis zu 12 Std.  
      je nach Bedarf des Kindes).
? 15.11.05 Ankündigung der Entlassung in die Pflegefamilie (man sagte, sie würde   
      “bald” entlassen werden). Umgangssperre für 7 Tage zur Eingewöhnung des
      Kindes in der Pflegefamilie. Da wir nicht wissen durften, wo unser Kind hin
      gebracht wurde, sagte die Vormünderin zu uns, dass es genügen müsse, dass
      Melanie 3 Monate Muttermilch hatte. Man könne uns das (den Luxus 
      der Muttermilchgabe)   nicht mehr ermöglichen.
? 15.11.05 Melanie wurde von der Pflegefamilie, kurz nachdem wir gegangen sind,
      geholt. Als wir nachts anriefen, um uns wie sonst auch nach Melanies  
      Wohlbefinden zu erkundigen, war sie schon fort!
?  22.11.05 erstes Telefonat mit Bereitschaftspflegerin. Sie sagte den am 24.11.05
      angesetzten Umgangstermin ab, weil Melanie vom Sitzen im  Autositz zu sehr
      ermüde. Wir schlugen dem JA vor, den Umgang direkt in der Pflegefamilie
      stattfinden zu lassen, damit Melanie nicht gefahren werden müsse. Die
      Bereitschaftspflege-Koordinatorin des JA war nicht einverstanden. Am 29.11.05
      gäbe es die Gerichtsverhandlung, da könne man das auch bis nach der
      Verhandlung aufschieben. Die Bereitschaftspflegerin  hat auch gesagt, sie
      könne ein Attest vorlegen, das Melanies Transportunfähigkeit nachweise.
      Wir baten die Bereitschaftspflegerin um besondere Vorsicht, solange nicht
      eindeutig geklärt ist, ob Melanie möglicherweise Glasknochen haben könne und
      sie versicherte, dass nur sie Melanie pflege.
?  Inzwischen hat das Gericht ein anderes Krankenhaus damit beauftragt, ein
      Gutachten über Melanies gesundheitlichen Zustand zu erstellen. Dieses  
      Gutachten traf kurz vor Verhandlung ein, sodass wir es das erste Mal im
      Gerichtssaal sahen, aber da nicht lesen konnten.
?  Wir sprachen bei der Verfahrenspflegerin vor und uns wurde gesagt, dass wir sehr
      selbstmitleidig seien, weil wir betonten, dass wir unser Kind sehr vermissen.
      Wir sagten, dass wir gern die Entwicklung unseres  Kindes miterleben wollen und
      man sagte uns, dass Berufstätige 
      Eltern die Entwicklung ihrer Kinder auch nicht wirklich verfolgen können... 
     (Kann man wirklich Sorgerechtsentzug mit Berufstätigkeit vergleichen?...)


Verhandlung 29.11.2005:
- Vom JA erscheint: Vormünderin, Verwalterin, Bereitschaftspflege-Koordinatorin und
   die Verfahrenspflegerin ist da,
- Melanies Großeltern sind auch da, aber es wurde leider nicht zugelassen, dass sie
   bei der Verhandlung zugegen sind. Sie mussten draussen warten, obwohl sie extra   
  160 km zurücklegten, damit sie sich dem Richter als “Pflegschaftsanwärter” 
   vorstellen können!
- Im Termin führte das JA an, dass uns weiterhin Umgänge mit unserem Kind versagt 
  bleiben sollten, weil Melanie traumatisiert sei. Sie führen zum Beweis einen
  Verhaltensbericht der Bereitschaftspflegerin an. Dieser beschreibt, dass Melanie
  etwa 5 Tage lang reglos und teilnahmslos dagelegen habe und beim Trinken keinen  
  Augenkontakt gesucht habe. Auch gab die Bereitschaftspflegerin an, Melanie trinke
  mittlerweile mit zugewandtem Blick und genieße die Ansprache und das auf dem
  Arm getragen werden. Unsere Rechtsanwältin gab an, dass sie im Krankenhaus in Erfahrung 
  brachte, dass Melanie keineswegs beängstigt auf uns reagierte, sondern im Gegenteil: sie
  freute sich, wenn wir zu ihr kamen. Wir untermauerten das, indem wir dem Richter
  Fotos zeigten, die wir einen Tag vor Entlassung gemacht haben und wir berichteten,
  dass Melanie keine Angst vor uns zeigt. Und wir sagten ihm, dass wir sie im Krankenhaus 
  regelmässig  wickelten und fütterten und dass Melanie in unserer Gegenwart sehr entspannt und
  guter Laune ist.
- Trotzdem beschloss der Richter, dass bei den zukünftigen Umgängen zusätzlich 
   zum Mitarbeiter des JA auch ein Psychologe dabei ist, der einschreiten solle, wenn 
   Melanie Angst zeigen sollte. Die Umgänge sollten dann abgebrochen werden.
- Umgangsfestsetzung: zweimal die Woche für 1 - 1 1/2 Stunde auf neutralem
   Boden.
- Vormundschaft bleibt beim JA, die Großeltern sollen aber vom dort zuständigen JA 
  als mögliche Verwandtschaftspfleger begutachtet werden und der Richter werde   
  dann über den Wechsel des Kindes zu den Großeltern entscheiden.
- Das Gutachten, das vom Gericht angefordert wurde schliesst damit, dass es
  mehrere weitere Untersuchungen geben sollten (Glasknochenbiopsie, Beurteilung
  der Frakturen, evt. neues Röntgen, Begutachtung der Befunde, die Hirndruck und
  Flüssigkeitsansammlungen betreffen.) Insgesamt kam dieses Krankenhaus zu dem
  Schluss, dass es auch andere Gründe geben kann, die Melanies Zustand
  hervorgerufen haben können. Der Richter ordnet an, dass alle dort
  vorgeschlagenen Zusatzuntersuchungen gemacht werden sollen.
- Ferner sollten wir weiterhin zweimal die Woche die Bereitschaftspflegerin anrufen, 
   um uns zu erkundigen, wie es unserer Tochter geht.

Im Dezember wandten wir uns hilfesuchend an Herrn Laubert von der Aktion Rechte für Kinder e. V., der uns seitdem als Beistand vertritt.

15.12.05: mittlerweile sind weitere zwei Wochen vergangen, ohne dass wir unser Kind sehen konnten. Es fand sich nicht sofort ein Psychologe, der Zeit hatte, Umgänge zu begleiten. Beim ersten Umgang stellten wir und die Psychologin verblüfft fest, dass wir keine Kenntnis darüber hatten, dass wir einem Interaktionsgutachten unterzogen werden sollten. Der Richter hat ein solches Interaktionsgutachten nie gefordert. Und nun erfuhren wir, dass die ersten zwei Umgänge darüber entscheiden sollten, ob überhaupt weitere Umgänge stattfinden sollten. Das setzte uns natürlich sehr unter Druck. Da Melanie uns 4 Wochen lang nicht mehr gesehen hat, rechneten wir damit, dass sie uns nicht erkennen würde. Aber es kam anders: als sie uns nach so langer Zeit das erste Mal erblickte, lächelte sie als erstes und spielte die ganze Zeit mit uns.

20.12.05: zweiter Umgang, bei dem wir unser Kind nach mehr als 4 Wochen das erste Mal  gewickelt haben. Und auch da war Melanie die Ruhe selbst! Sogar zwischen Weihnachten und Silvester wurde vom JA arrangiert, dass wir unser Kind sahen. 

Kurz vor Weihnachten reichten wir Beschwerde beim Oberlandesgericht gegen den vorläufigen Sorgerechtsentzug ein. Ende Dezember beschloss der Richter offiziell, dass kein Psychologe mehr bei den Umgängen anwesend sein braucht. Er kommt zu dem Schluss, dass auch ein Laie erkennen könne, wenn sich unser Kind bei uns unwohl fühle. Der Umgang könne auch von einem Laien beendet werden, sollte unser Kind Unwohlsein zeigen. Melanies Großeltern wurden einer Begutachtung durch das dortige JA unterzogen und die Begutachtung fiel sehr positiv aus.


Am 04.01.06 sind wir mit richterlicher Erlaubnis bei einem Krankenhaustermin dabei. Bei der  Ultraschalluntersuchung regte sich unser Kind so auf, dass weder wir, noch die Bereitschaftspflegerin Melanie beruhigen können. Erst, als sie von der Untersuchungsliege aufgenommen  wurde, hörte sie augenblicklich auf zu weinen. Insgesamt verhielten wir uns während der  gesamten Zeit zurückhaltend. Nebenbei erfuhren wir, dass die Hautstanze noch nicht  genommen wurde, die für die Glasknochenbiopsie gebraucht wird. (5 Wochen nach der  Anordnung des Richters!)

Weil der Richter nicht entscheiden könne, wenn die Beschwerde vorm OLG von uns nicht  zurückgenommen werde, nahmen wir die Beschwerde vorm OLG zurück. Nach Eingang des positiven Gutachtens über Melanies Großeltern räumte der Richter dem  JA und der Verfahrenspflegerin 7 Tage Frist ein, wenn sie sich irgendwie dazu äussern wollen. Wegen der Feiertage und den dadurch resultierenden Urlaubszeiten gewährte der Richter dem JA weitere zwei Tage Reaktionsfrist.

Die Bereitschaftspflegerin rief die Verfahrenspflegerin an und “berichtete” darüber, wie wir Melanie bei der Ultraschall-Untersuchung so bedrängt hätten, dass sie ausser sich geraten sei. Sie umschrieb unser Verhalten im Krankenhaus, indem sie angab, wir hätten uns dort sehr in den Vordergrund gedrängt. Ferner vertrat die Verfahrenspflegerin die Ansicht, wir seien sehr fordernd und nur daran interessiert, unsere eigenen Ziele zu verfolgen und zudem berichtete die Bereitschaftspflegerin, Melanie sei im Verhältnis zu anderen Babys distanziert (einige Wochen zuvor schrieb sie, dass unser Kind nach kurzer Zeit das auf dem Arm getragen werden geniesse und auch während der Umgänge mag unser Kind Körperkontakt)... Folge: der Richter stimmte der Übersiedlung zu den Großeltern nicht mehr zu und beschloss ausserdem, dass wir nun zukünftig doch nicht mehr bei Untersuchungen dabei sein sollen. - Zu der Ultraschall-Untersuchung sei betont: Melanie weinte unserer Ansicht nach bei dieser Untersuchung, weil sie ihr unangenehm war. Weder wir, noch die Bereitschaftspflegerin konnten Melanie trösten. Dass Melanie sofort aufhörte zu weinen, als sie die Untersuchungsliege verlassen konnte ist für uns ganz klar ein Zeichen dafür, dass die Untersuchung selbst Melanie missfiel.


Die Aktion Rechte für Kinder e. V. und wir schrieben die VP mit einer Gegendarstellung an, um möglicherweise entstandene Irrtümer auszuräumen. Bislang keine Reaktion. Ob die Hautstanze mittlerweile genommen wurde, wissen wir nicht. Was wir aber in Erfahrung bringen konnten, dass die Biopsie als solches mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.

Es gibt eine Meldepflicht für Impfkomplikationsfälle. Der sind in diesem Falle wir nachgekommen, obwohl dies die Ärzte hätten machen sollen. Leider haben wir kein Sorgerecht und können daher die Ärzte ihrer Schweigepflicht nicht entbinden. Das wäre aber nötig, um dem Impfkomplikationsverdacht auf den Grund zu gehen.

Soweit wir wissen, sollten Kinder nicht geimpft werden, die bei vorausgegangenen Impfungen mit Impfkomplikationen reagiert haben, da eine erneute und erhöhte Gefahr besteht, dass diese Kinder wiederholt auf Impfungen schlecht reagieren. Es muss gründlich abgeklärt werden, wie und ob unser Kind weiter geimpft werden kann.

Am 23.01.2006 stellten wir Strafanzeige gegen die damals behandelnden Ärzte aus dem Kinderkrankenhaus. Wir erstatteten Strafanzeige wegen des Verdachts der vorsätzlichen, falschen Verdächtigung, der üblen Nachrede, der Verleumdung und der fahrlässigen Körperverletzung. Die Oberärztin wurde wegen des Verdachts auf Beihilfe angezeigt.

 

 
 
 
 
© 2018 Nina & Oliver Krull